ACK-SH Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Schleswig-Holstein

Neue Sitzungsformen und Personalentscheidungen prägten die Frühjahrsversammlung der ACK, zu der sich die Delegierten der 25 Gast- und Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) sowie Gäste aus ökumenischen Institutionen vom 13. bis 14. März im Bonifatiushaus der katholischen Akademie Fulda getroffen hatten.

Neu im Vorstand: Weihbischof Dr. Peter Birkhofer

Mit einem geistlichen Wort eröffnete Erzpriester Radu Constantin Miron als Vorsitzender des Vorstandes der ACK in Deutschland die Mitgliederversammlung und rief den kirchlichen Vertretern selbstkritisch ins Bewusstsein, eine ganzheitliche Sicht für die Kirchen einzunehmen. „Vielleicht werden die Menschen zukünftiger Generationen uns einmal belächeln, wenn es um unsere Konfessionskunde oder das Konfessionsverständnis der letzten 2000 Jahre geht“, erwog der orthodoxe Erzpriester nachdenklich. Umso wichtiger sei es, mehr auf das zu schauen, was die Kirchen eine, als Trennendes zu beklagen.


Erstmals wurde der Bericht des Vorstandes ergänzend zu der schriftlichen Vorlage in Form eines Interviews der anwesenden Vorstandsmitglieder gegeben, moderiert von der Geschäftsführerin der ACK, Dr. Verena Hammes. In den Berichten aus der Arbeit des Vorstandes und der Ökumenischen Centrale verzeichneten die Berichtenden eine Bedeutungssteigerung der multilateralen Ökumene. Diesen Eindruck unterstrich die lutherische Oberkirchenrätin Dr. Maria Stettner aus Bayern und ermutigte, diesen Weg weiterzugehen.
Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger aus dem Vorstand der ACK, wählten die Delegierten einstimmig den von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) entsandten und vorgeschlagenen Freiburger Weihbischof Dr. Peter Birkhofer als römisch-katholischen Vertreter in den Vorstand der ACK. Birkhofer hatte sich zuvor den Delegierten mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für die multilaterale Ökumene vorgestellt. Die Amtsperiode des Vorstandes endet turnusgemäß im nächsten Frühjahr.

Christopher Easthill stellt Generalsekretärin Dr. Anne Durrer (l.) vor, die Einblicke gab in die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK).


Als Gast aus einem benachbarten Nationalen Kirchenrat gab Generalsekretärin Dr. Anne Durrer Einblick in die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK). Nachdem Dossiers zum Stillstand gekommen waren und die Verfechter der ersten Stunde manchmal resignierten, hat die AGCK mit dem Global Christian Forum eine neue Form des ökumenischen Dialogs gefunden. „Bei Austauschtreffen, bei denen man sich auf gleicher Augenhöhe begegnete und kennenlernte, entstand ein neuer Elan, eine echte Freundschaft füreinander, ganz nach dem Gebot: ‚Liebt einander!‘“, berichtete Durrer.

Mit einem Themenabend über die Rolle der Kirchen bei Fragen nach Frieden, Gerechtigkeit und Klimaschutz gaben die Delegierten den Startschuss für die Kampagne „Hoffnung für die Erde leben. Gerechtigkeit – Frieden – Schöpfung“. Bis zum Herbst sind Kirchen, gesellschaftliche und ökumenische Gruppen eingeladen, dezentrale Veranstaltungen zu diesen Themen zu gestalten. Über einen zukünftigen Internetauftritt können die bundesweiten Angebote zentral im Kalender unter www.hoffnungleben2024.de beworben werden. Zum Abschluss des Projektes wurde mit einem „Call of Participation“ zu einem Festival vom 13. bis 15. September 2024 nach Dresden eingeladen.
Der zweite Sitzungstag war geprägt von Berichten aus den einzelnen Mitgliedskirchen, ökumenischen Dialogkommissionen und weiteren Projekten der ACK, sowie der Weiterarbeit an drei Zukunftsthemen, derer sich die Mitgliederversammlung im vergangenem Herbst angenommen hatte (Taufe, Jugend, Sichtbarkeit). Schwerpunktmäßig beschäftigten sich die Deligierten mit der Situation verfolgter und bedrängter Christen am Beispiel von Armenien und Äthiopien. Hierfür berichteten Augenzeugen von für die Menschen vor Ort lebensgefährdenden Verwüstungen religiöser Stätten und Unterdrückung in beiden Ländern. Sie baten die Delegierten weiterhin um das fürbittende Gebet. Erzpriester Miron schloss die 254. Mitgliederversammlung mit der ausgesprochenen Einladung von Metropolit Augoustinos als Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz (OBKD), auch in diesem Jahr an den Orthodoxen Osterfeierlichkeiten teilzunehmen und einem Gebet.

Quellennachweis Text und Bild: ACK Deutschland