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ACK-SH Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Schleswig-Holstein

Am Samstag, 4. Juli, lud die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Schleswig-Holstein zu einem Studientag auf die Halbinsel Nordstrand ein. Rund 20 Vertreter der lokalen Ökumene sowie der verschiedenen ACK-Mitgliedskirchen in Schleswig-Holstein hatten teilgenommen, um die ökumenische und kirchengeschichtliche Bedeutung Nordstrands für die Ökumene im Norden Deutschlands zu erkunden.

Nordstrand, eine Insel am Rande des Wattenmeers, ist nicht nur ein Ort der Ruhe und Schönheit, sondern auch ein Symbol für gelebte Ökumene. Hier leben seit Generationen drei Konfessionen Seite an Seite: eine evangelisch-lutherische, eine römisch-katholische und eine alt-katholische Gemeinde, jede mit ihrer eigenen Kirche, Geschichte und Spiritualität. Dieser Reichtum an Traditionen und die enge Nachbarschaft machten Nordstrand zum perfekten Ort für einen Studientag, der Begegnung, Austausch und Vertiefung in den Mittelpunkt stellte.

Programm: Von der Geschichte zur Gemeinschaft

Der Tag begann um 10.30 Uhr mit einem Welcome-Kaffee in der St. Theresia-Kirche (Inseldom), dem alt-katholischen Gotteshaus der Insel. Hier wurden die Teilnehmer herzlich willkommen geheißen und konnten sich in gemütlicher Atmosphäre kennenlernen.

Der Inseldom von St. Theresia.

Anschließend führte ein Besuch im Inselmuseum die Gruppe in die Geschichte Nordstrands ein. Besonders im Fokus stand dabei die niederländische Prägung der Insel nach der verheerenden Burchardiflut 1634, die nicht nur den Deichbau, sondern auch die Ansiedlung katholischer Siedler zur Folge hatte. Die St. Theresia-Kirche, 1662 erbaut, steht bis heute als Zeugnis dieser Epoche und der alt-katholischen Tradition in Nordfriesland.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant „Zur Nordsee“ (Selbstzahlung) mit Blick auf Pellworm und die Halligen folgte ein Kirchenrundgang zu den drei Gotteshäusern der Insel:

  • St. Vinzenz (römisch-katholisch),
  • St. Knud (evangelisch-lutherisch),
  • St. Theresia (alt-katholisch).

Pfarrer Jens Schmidt, Pfarrer der alt-katholischen Gemeinde auf Nordstrand, übernahm die Rolle des „Reiseführers“ und vermittelte den Teilnehmenden nicht nur historische Fakten, sondern auch die spirituelle und kulturelle Bedeutung der Kirchen für die Inselgemeinschaft.

Gemeinschaft und Austausch im Mittelpunkt

Am Nachmittag blieb Zeit für Gespräche und Austausch bei Kaffee und Kuchen. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um sich über ihre Erfahrungen in der Ökumene auszutauschen, gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren und neue Ideen für die Zusammenarbeit in Schleswig-Holstein zu entwickeln.

Den Tag beschloss eine gemeinsame Feier zur Eröffnung des Sonntags um 16.30 Uhr, die Raum für Besinnung und gemeinsame Spiritualität bot. Um 17.00 Uhr endete der Studientag mit einer herzlichen Verabschiedung – mit dem Gefühl, einen bereichernden Tag erlebt und neue Verbindungen geknüpft zu haben.

Fazit: Ökumene zum Anfassen

Der Studientag auf Nordstrand zeigte einmal mehr, wie Geschichte, Kultur und Glaube zusammenkommen können, um Brücken zwischen den Konfessionen zu bauen. Die Insel ist nicht nur ein Ort der Stille und des Wattenmeers, sondern auch ein lebendiges Beispiel für gelebte Ökumene in Schleswig-Holstein.

„Es war beeindruckend zu sehen, wie hier seit Jahrhunderten drei Konfessionen nebeneinander leben und trotzdem eine gemeinsame Identität als Nordstrander*innen haben“, sagte Pastor Helge Frey, Vorsitzender der ACK in Schleswig-Holstein und Pastor der Baptistengemeinde in Kiel. Dankbar für diesen Studientag fügte Frey hinzu: „Solche Begegnungen sind wichtig, um die Ökumene in Schleswig-Holstein lebendig zu halten.“

Die ACK Schleswig-Holstein und die Teilnehmenden nehmen von diesem Tag nicht nur neue Eindrücke, sondern auch die Erkenntnis mit, dass Ökumene mehr ist als Theorie – sie ist Begegnung, Gemeinschaft und gelebter Glaube.

Text und Fotos: ACK Deutschland/Haverland